Der Prozess zwischen dem Bot-Anbieter und SchneeSturm Unterhaltung tobt wohl weiter heftig. Schon im letzten Blog Beitrag dazu habe ich mich über die Strategie aus Irvine gewundert.
Was man in der Zwischenzeit so hört und liest stimmt mich nicht zuversichtlicher. In den USA gibt es die Möglichkeit daß sich eine Interessengruppe zu einem Verfahren zu Wort meldet, wenn deren Interessen vom Ausgang tangiert werden, sogenannte “Amici”. In diesem Verfahren hat sich eine Gruppe namens “Public Knowledge” zu Wort gemeldet (wer auch immer das ist).
In der Zwischenzeit geht es sehr deutlich gegen die Rechtmäßigkeit der EULA (Verkauf oder kein Verkauf der Software, sondern nur Lizenz). Die Auffassung daß die Firmen wegen des Copyrights bei Verstößen gegen diese auch das Starten des Programms (genauer: Kopieren ins RAM) untersagen können ist nicht wirklich beliebt. Es ist auch weiterhin völlig unklar wie dieses Verfahren ausgeht.
Meine persönliche Meinung ist auch weiterhin weniger technische Lösungen (weg mit Warden !) und stattdessen mehr menschliche Moderation (die im Zweifel auch mal etwas gegen den völlig unerträglichen Spam im /handel unternehmen) wäre sinnvoller gewesen. Abgesehen davon zeigt auch dieser Fall wie sehr technische Lösungen versagen. Wenn ich immer sehe daß die Chinesen ihre Weblinks in allen Variationen schreiben (.conn anstatt .com, mit Anständen dazwischen, wie auch immer) dann frage ich mich wie kann man derart technikgläubig sein, daß man aus 20 Jahren Kopierschutz nichts gelernt hat. Technische Lösungen gängeln, schikanieren und beeinträchtigen nur die Rechte der ehrlichen Kunden – sie verhindern keinerlei Mißbrauch.
Ich bin deutlich gegen BOTs aber ich finde SchneeSturm Unterhaltung sollte diesen Prozess verlieren. Etwas mehr Respekt vor den Kunden und etwas weniger Überheblichkeit tut denen ganz gut.
Luna
Naja, verlieren für Blizz heist: Der Bot darf benutzt werden.
Was das bedeutet muss man sich erstmal ausmalen. Farmen?
Nimm doch Bot, is legal.
20K Ehre bis zum gewünschten Gegenstand?
Nimm doch Bot, is legal.
Wäre nicht das erste Spiel, was durch kaputt geht.
Klar sind Bespitzelprogramme zu dehnen man gezwungen wird , irgendwo mistig… aber leider besitzt nicht jeder die Charakterstärke, in einem SPIEL Ehrlich zu bleiben, und sich nicxht Dinge zu ercheaten.
Tanandra:
“Meine persönliche Meinung ist auch weiterhin weniger technische Lösungen (weg mit Warden !) und stattdessen mehr menschliche Moderation (die im Zweifel auch mal etwas gegen den völlig unerträglichen Spam im /handel unternehmen) wäre sinnvoller gewesen.”
Genau so, technische Maßnahmen können immer umgangen werden. Bots können weiterhin verboten bleiben, aber das sollte dann eben per Hand überprüft werden (meinetwegen mit gewissen technischen Hilfsmitteln, die zumindest eine Art Scoring einführen und darüber Alarme schlagen). Ein Bot fällt in der Regel doch recht schnell auf und ein Accountban ist für so jemanden “der nur mal eben 20k Ehre haben wollte” dann doch relativ schmerzhaft.
Jup. aber glaubst du, Blizz wird das tun?
Menschlliche Moderatoren kosten ja Geld. die “GM”s kommen mir aktuell vor wie überarbeitete Callcenter-Agenten (was sie ja irgendwo auch sind.
Ausserdem gings ja darum, ob ein MMO-Betreiber sich dagegen wehren kann, das ein Botbetreiber in ihrem Spiel Bots betreiben darf.
Und wenn der Bothersteller gewinnt, sind unbegrenzter Botnutzung die Türen geöffnet, oder?
Wenn man die technische Seite sinnvoll benutzt um die GMs gezielt Dinge ansehen zu lassen, hält sich der “menschliche” Aufwand in Grenzen. Vergleiche hierzu das Spamscoring, ähnliches ist ganz gut in WoW umzusetzen.
Und nein, Blizzard wird das nicht tun, genauso wenig wie sie gegen den Spam tun, leider. Dabei sind die Mittel vorhanden und es ist sogar relativ leicht die Hürde für Spammer derart hoch zu gestalten, dass es einfach keinen Spaß mehr macht. Das ist aber Blizzard-Interna und einfach nur “Kein Kundenservice”. Und genau aus dem Grund gönne ich dem Bothersteller einen Sieg bei diesem Verfahren um Blizzard vielleicht mal dazu zu bewegen irgendwas Kundenorientiertes in dieser Richtung zu tun.
Und zum Thema “Überarbeitete Callcenter-Agents”: Das mag sein, obwohl das auch daran liegt, dass nicht wenige GMs einfach nicht qualifiziert sind (schon oft ziemlichen Unsinn von ihnen gehört) und anscheinend auch die interne Informationsstruktur nicht die Beste ist (Kommunikation in Unternehmen ist ja eh so eine Sache für dich). Und vielleicht sinds auch zu wenige, das mag ja sein, aber bei dem Gewinn den Blizzard macht, könnten sie durchaus ein, zwei Leute mehr einsetzen.
Sollte Blizzard diesen Prozess verlieren (was man auf Grund der rechtlichen Implikationen für ganze andere Bereiche der IT-Branche nur hoffen kann) kann die Benutzung von Bots immer noch zu einem Permaban führen. Die Blauen haben immer noch Hausrecht und können entscheiden, wer spielt und wer nicht.
Bei diesem Rechtsstreit geht es nur darum, “das Übel” bei der Wurzel zu packen und direkt die Herstellung von Bots als Lizenzverletzung zu illegalisieren.
Sollten unsere lieben Blauen also verlieren müssen wir uns nicht vor einer großen Welle von Bot-Nutzern fürchten, die den GM ins Gesicht lachen.
Ich sehe viel weniger Farm-Bots und erhalte viel weniger Werbenachrichten, als es noch vor einem Jahr war.
Ich hoffe sehr, dass Blizz gewinnt.
Jeder der sich in meiner Wohnung daneben benimmt, wird rausgeschmissen. Ist als Absicht erkennbar, dass er kommt um zu stören, versuche ich ihn gar nicht erst hereinzulassen.
Das mag im Grunde ein sehr schlechter Vergleich sein, aber ich sehe die EULA als eine Art Verhaltenskodex, der für alle Spieler gilt. Wenn die Leute sich nicht daran halten oder sogar Programme entwickeln / nutzen um diesen Kodex zu brechen, dann weg mit ihnen.
Ganz davon abgesehen, wenn ich ein Programm analysiere (in dem Fall die WoW.exe), um eingebaute Hindernisse zu umgehen, handelt es sich für mich um die gleiche Verletzung der Urheberrechte, wie wenn Hacker die Struktur von DVDs knacken, um entsprechene Brennprogramme herzustellen (mit dem Unterschied, dass Blizz keine direkten Einbußen enstehen).
Blizz sollte nur zusätzlich noch Scheinkäufe bei Ebay / im Internet vornehmen, um an die Konten, auf welchem das erbottete Gold liegt – sollte man WoW – Glider Glauben schenken, ist es Usus, dafür zwei getrennt Acounts u nehmen.
Noma ich mag Deinen DVD Vergleich, ich finde der paßt sehr gut. Auch bei der DVD werde ich als ehrlicher Kunde gegängelt und schikaniert und wie Du selber schreibst nutzt der Kopierschutz wenig bei denen die genug Energie aufwenden um ihn zu überwinden.
Zusätzlich kostet der Kopierschutz Geld den ich als ehrlicher Kunde mit bezahle.
Das Hausrecht auf das Du Dich beziehst das ist die EULA … die ist das Papier nicht Wert auf dem sie gedruckt ist weil sonst müßte Blizzard zB auch etwas gegen den Spam im /handel unternehmen, da haben die aber gar keine Lust dazu.
DMCA heißt Copyright – und das Einschränken von Grundrechten. Warum glaubst Du haben sich diese Bürgerrechts-Aktivisten zu Wort gemeldet ?
Um bei Deinem Beispiel mit dem Hausrecht zu bleiben – Du darfst mich sicher aus deiner Wohnung rauswerfen wenn ich mich bei Dir schlecht benehme – aber darfst du auch eine Video-Überwachung in MEINER Wohnung installieren und mich ausspionieren (Warden) ?
Luna
Vielleicht bin ich, was solche Spionage angeht, zu sehr Kind meiner Zeit. Ich finde es nicht gut, wie im großen die Bürgerrechte im Zuge der Terrorismusbekämpfung eingeschränkt werden, und wenn ich wüßte, was ich dagegen tun kann, würde ich es tun.
Andererseits stumpft man durch solche Maßnahmen auch ab, sodass man es im Kleinen nicht mehr als so schlimm empfindet. Es gibt aber einen kleinen, aber sehr bedeutenden Unterschied:
Ich kann in jedes (westliche) Land ziehen und ich sehe mich mit der Einschränkung von Bürgerrechten konfrontiert. Es zwingt mich aber niemand WoW zu spielen. Ich stimme bei jedem Patch der EULA zu, wenn ich das nicht möchte, muß ich das Spiel beenden.
Im muß mal *1984* lesen, vielleicht steigert das meine Sensibilität solchen Dingen gegenüber, nur: Warum sich aufregen, wenn man ohnehin keinen Einfluß hat?