2 Schubladen

Bei den aktuellen Diskussionen um die Schwierigkeit des Contents in WoW nach dem Addon sehe ich immer nur 2 Schubladen – Raider und Casuals.

Ähnlich wie der Bartle-Test finde ich diese beiden Schubladen haben sich überlebt. Ist jemand der 8 Stunden lang am Tage twinkt ein Casual ? Wohl kaum. Genauso kann ich nicht erkennen daß jemand der 3x die Woche raidet aber sonst nichts anderes macht wirklich so der Hard-Core Raider ist den manche mit diesem Begriff assoziieren.

Noch immer ist diese Branche viel zu sehr von EDV-…. sagen wir Mitarbeitern dominiert und viel zu wenig von Spiel-Analytikern, Pädagogen und Co. In der Praxis führt das dazu daß es zu wenig objektive Analysen gibt die auch den Herstellern weiter helfen würden.

Wie kann ich als Hersteller meine Kunden optimal zufrieden stellen wenn ich gar nicht weiß in welche Gruppen sie sich aufteilen. Dabei können die Bedürfnisse der einzelnen Gruppen nicht nur unterschiedlich sondern sogar entgegengesetzt sein. Solange aber die Firmen (und ihre Kunden) mit diesen 2 Schubladen hantieren können sie es keiner Gruppe Recht machen. Einfach weil diese beide Gruppen in dieser Form gar nicht existieren.

Der Einäugie-unter-den-Blinden hätte durchaus das Geld um qualitative Verbesserungen bei der Kunden-Analyse zu bezahlen. Ich kann nicht erkennen daß dies passiert. Ich finde da wird wertvolle Zeit verloren.

Wenn morgen aus dem Nebel der Unwägbarkeiten ein neuer Konkurrent auf den Markt kommt kann es schon zu spät sein.

Luna

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7 Kommentare

Eingeordnet unter World of Warcraft

7 Antworten zu “2 Schubladen

  1. asak2

    > Wenn morgen aus dem Nebel der Unwägbarkeiten ein neuer Konkurrent auf den Markt kommt kann es schon zu spät sein.

    lol. 🙂

  2. nomadenseele

    Ich glaube nicht, dass es den typischen WoW-Spieler gibt.
    Ich kenne Leute, die setzten alles daran, mit jedem Twink jeden Erfolg zu holen und jede Minute ihrer Freizeit on sind. Dann gibt es Leute, die legen auf gute Ausstattung ihrer Chars wert, andere wieder gar nicht. Dann gibt es Leute, die raiden mehrmals die Woche, die anderen nur einmal, die anderen machen nur PvP – von allen Mischformen ganz abgesehen.

    Wer soll in dem Wirrwarr noch eine Typologie finden? Komischerweise hat es TBC geschafft, alle irgendwie zufrieden zustellen, der Lichking dagegen schaffte dies keine 3 Monate. Die Analyse sollte also eher sein, was macht das Addon so grundlegend anders als TBC, denn offensichtlich kommen diese Veränderungen nicht gut an.

  3. Shuhun

    Zum Thema empfehle ich den Artikel „Das WoW-Monopol“ von Jörg Langer in der aktuellen Gamestar. Darin wird etwas von 5 Spielertypen erklärt (Explorer, Trader, PvP, Socializer usw.), die alle von WoW relativ gut abgedeckt werden. Vielleicht macht es mehr Sinn in diese Richtung die Leute „einzuteilen“.

  4. Take

    Hm, wer sagt denn, dass WotLk nicht gut ankommt? Die derzeitigen Foren- und blogmeinungen müssten jedenfallls erst einmal den Beweis antreten, repräsentativ zu sein. Bc hat es geschafft, geschätzte 95% der Spieler von einem Großteil des (Raid-)contents fern zu halten. Selbst die angeblichen Top-Raidgilden haben sich an Gruul wochenlang die Zähne ausgebissen, kaum jemand hat vor der Abschaffung der Zugangsquest einen Fuß in BT rein gesetzt, geschweige denn die Enbosse der SSC und der FdS gelegt.

    Und nun? Geschätzte 95% der Raidgilden, also solcher, dies es schaffen, regelmäßig 25 Leute an den Start zu bringen, haben den content durch und von den restlichen 80% der Spielerscahft haben ca. 50% die besten Aussichten, den content bis zur nächsten (?) Erweiterung auch zu sehen.

    Was ist besser, was ist schlechter? Zugegeben, die von mir aufgeführten Zahlen sind von mir durch nichts belegt, sollen aber ja auch nur eine Tendenz andeuten und diese Tendenz hat einen Grund und der ist Blizz bestens bekannt. Blizz fragt nicht nach casuals und Pros, Blizz hat alle Zahlen über jeden Spieler zur Hand und für Blizz ist in erster Linie interessant, dass möglichst viele Spieler den account noch lange bezahlen und viele, viele Spieler dazu kommen. Die 5% der Spieler, die den content durch haben und sich evtl. langweilen spielen dabei keine so ganz große Rolle, umso mehr, als diese Spieler in der Regel gerade dabei sind, ihre Twinks auszustatten.

    Also ich bin mir 100% sicher, dass Blizz sehr, sehr exakte Kundenanlysen vorliegen hat, nicht unbedingt dazu dienend, dass Spiel für alle besser zu machen, aber bestimmt dazu gemacht, um möglichst viele Spieler möglichst lange an das game zu binden.

  5. nomadenseele

    Die (Nicht-) Motivation im Lichking hat für mich gar nichts mit Raids zu tun. Ich habe auch in Bc mehr rumgewuselt als alles andere, während Raider ihr Ding gemacht haben – andere Welt , nicht besser und nicht schlechter.

    Ich glaube auch nicht, dass es nur die (Intensiv)- Raider sind, die sich langweilen. Ich zähle definitiv nicht dazu und habe kaum noch Motivation; ich könnte noch nicht einmal sagen warum. Gewinner sind die, die wirklich jeden Erfolg haben wollen / müssen.

    Zu Lunas Posting noch einmal zurück zu kommen:
    Ich gehe davon aus, Blizz misst folgende Parameter: Durchschnittliche Verweildauer pro Session / Monat, welche Quests am meisten abgebrochen werden (dies wurde sogar einmal bestätigt), sowie (un) beliebteste Inis, bzw. welche am erfolgreichsten beendet worden sind.
    Daraus kann Blizzard ableiten, welche Ini zu schwer geraten ist oder zu leicht (weswegen eine Marke in Mech entfernt worden ist), welcher Erfolge / Events beliebt ist (z.B. Mondfest ist beliebter als die Kinderwoche), aber aus den ganzen Datenmassen verschiedene Spielertypologien abzuleiten halte ich wegen verschiedenster Mischformen für sehe schwer bis unmöglich. Vor allem, weil es immer mehr aufweicht, in Classic war es noch einfach zu sagen, dass nur 5% Naxx geraidet haben.
    Heute rennt alles nach Naxx rein, von Casual bis Hardcore-Raider, wie willst du an den Daten noch irgendwas festmachen? Das einzige verlässlich Handfeste sind die sinkenden Spielzeiten quer duch die Bank, sieht man von ein paar ganz Unverwüstlichen ab.

  6. nomadenseele

    Nachtrag (sry):
    Ich habe jetzt mal bei Wikipedia angesehen, was der Bartle – Test ist:

    Der von Dr. Richard Bartle entwickelte und nach ihm benannte Bartle-Test klassifiziert Spieler von Mehrspieler Online Spielen (insbesondere MUDs und MMORPGs) in vier Typen auf Grundlage einer Reihe von Fragen zur Bestimmung der Spielinteressen. Der Test wurde für das Internet von Erwin Andreasen realisiert.[1] Obwohl die Methode, über gegensätzliche Antwortmöglichkeiten zu aussagekräftigen Ergebnissen zu gelangen teilweise kritisiert wurde[2], wurde der Bartle-Test ein Standard der MMORPG-Branche. Er wird einerseits von Spielern eingesetzt, um ihre Spielpräferenzen bestimmen zu können und andererseits von Spiel-Entwicklern verwendet um ihre Spiele besser auf bestimmte Zielgruppen abstimmen zu können.
    * Achiever möchte im Spiel nach konkreten Maßstäben möglichst viel erreichen (über Levels, Gegenstände, Punkte, Ranglisten, …).
    * Explorer versuchen möglichst viel zu entdecken oder zu erkunden. Dazu zählen Gegenden in der virtuellen Welt, Quests als auch die Funktionsweise der Spielmechanik.
    * Socialiser strebt Kontakte und Interaktion mit anderen Spielern an.
    * Killer streben nach Wettbewerb, Wettkampf und Konflikt mit anderen Spielern.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bartle-Test

    Ich kann nur zustimmen, der Test zeigt nicht annäherungsweise die Bandbreite der Spieler
    Das es sich erst einmal um Sterotypen handelt (wie Raider / Casual) ist klar, die Mischformen machen es.

    Ich kenne Leute, die waren noch nie in Naxx, das erste mal mit 80 in Kara, haben aber jeden für sie möglichen Erfolg. Das sind danach erst einmal für mich Archiever, wie Raider, nur holen sie sich ihre Erlebnisse nicht über Boss-Kills, sondern über Erfolgspunkte. Treiben wir das noch ein bißchen weiter und sagen, sie sind genau so oft on, wie jemand, der jeden Tag raidet.
    Wenn ich jetzt Blizzard wäre, könnte ich nur sagen, *von den Leuten, die mindestens 4-6 Stunden on sind, haben 70% Naxx gesehen / sind durch*. Um Content für alle bereit zu stellen, werden selbst die ausführlichsten Daten nicht ausreichen – man sehe sich das Gemotze bei kleinsten Änderungen wie Mount ab 30 an, was die meisten nicht einmal tangiert.

  7. Gudi

    Hardcore gamer = Leute, die (krampfhaft) ein Ziel erreichen wollen, wie alle Gegner besiegen, beste Ausrüstung, alle Erfolge ergattern, höchste PvP-Wertungen.

    Casual gamer = Leute, welche gerne spielen aber keinen Zwang haben ein spezifisches Ziel zu/in einer spezifischen Zeit zu erfüllen. Wenn jemand 20 Twinks hat und 8h täglich spielt, so ist dies zwar ausgiebig, aber derjenige wird das Spiel als Freizeitbeschäftigung ansehen und nicht als Plattform um sich darzustellen oder Anerkennung haben zu wollen.

    Meine persönliche Klassifizierung.