Bye bye WoW-Account – Teil 2

Am 14. November hatte ich darüber berichtet daß im Zuge des WotLK Account upgrades auch die „Zustimmung“ auf eine zwangsweise Umstellung auf einen Battle.net Account „vereinbart“ wird. In der Zwischenzeit sind die Vorbereitungen wohl weitgehend abgeschlossen. Der WoW-Accountverwaltung-login lief schon seit einiger Zeit über die battle.net Server, auch wenn es kaum sichtbar war als kurzes „Geflacker“ in der Adress-Leiste.

Das hat sich jetzt geändert … die Anmeldung in den WoW-Account scheint jetzt bereits via emailadresse anstatt via Accountname möglich. Der bislang größte rechtliche Unterschied der mit auffällt ist die Rechtsgrundlage. Bislang konnte ein EU-Kunde geltend machen er habe einen Vertrag nach EU-Recht für den zB EU-Datenschutzbestimmungen gelten.

Die Zeiten sind jetzt wohl vorbei. Inbesondere die neuen TOU extra und speziell für EU-Kunden lassen doch erkennen daß uns da künftig ein deutlich härterer Wind ins Gesicht weht. Formulierungen … nein nach US-Recht sind das ja rechtswirksame Vereinbarungen wie „… BLIZZARDS UNANFECHTBARES RECHT, EIN BLIZZARD-KONTO ZU SPERREN, …“ oder auch „BLIZZARD KANN JEDERZEIT DAS BLIZZARD-KONTO SPERREN, … UND ZWAR … OHNE TRIFTIGEN GRUND UND … OHNE VORANKÜNDIGUNG.“ sind deutlich derber formuliert als bisher. Und das im vollen Bewußtsein daß die Verlagerung des Kontos möglicherweise nicht ausreicht um unwirksames US-Recht in der EU durchzusetzen wie die Einlassung am Ende des Satzes zeigt.„WENN SIE IN EINEM MITGLIEDSTAAT DER EUROPÄISCHEN UNION WOHNEN, … GELTEN DIE BEDINGUNGEN DIESER KLAUSEL FÜR SIE UNTER UMSTÄNDEN NICHT.“

Nach meiner Einschätzung geschieht die Umstellung der Accounts von WoW-Account auf Battle.net-Account in erster Linie aus dem Versuch heraus, Gerichtsurteile in der EU gegen die bisherige rechtsunwirksame EULA/TOU/Vereinbarung zum Scanning zu verhindern und erst in zweiter Linie weil man eine einheitlichen Account für alle Spiele anbieten mag. Am Ende bleiben „AGB“ die noch kundenunfreundlicher sind als die bisherigen …

Luna

Advertisements

5 Kommentare

Eingeordnet unter World of Warcraft

5 Antworten zu “Bye bye WoW-Account – Teil 2

  1. Sejanus

    oh je…ich glaube, du solltest deine drastischen kommentare etwas erweitern. wenn die programmierer bei blizzard besoffen sind, was ist denn dann die rechtsabteilung?

    ich hab die ganze sache gerade mal überflogen. wenn ich die klauseln ausdrucken würde und markieren an die seiten mache, müsste ich mindestens die hälfte durchstreichen, weil unwirksam.

    jederzeitiges kündigungsrecht ohne angabe von gründen? einhaltung von EU-datenschutzrichtlinien (ich hab mal gelernt, richtlinien sind nur in ausnahmefällen rechtlich bindend, entscheidend ist, dass die jeweiligen nationalen gesetze auf ihren inhalt angepasst werden – hierzulande dann bundesdatenschutzgesetz), automatisches einverständnis bei änderung zukünftiger agb (unwirksam), ausschließliches geistiges eigentum bei blizzard (böse umstritten, ob das geht), teilweise viel zu unbestimmte klauseln (sind unwirksam), pflicht zur gütlichen streitbeilegung (gegenüber verbrauchern unwirksam) und der hammer!

    anerkennung einer verschuldensunabhängigen haftung gegenüber blizzard, inklusive freistellungsanspruch!

    hallo? geht´s noch? will blizzard gleich reinschreiben, dass sie missbrauchsfälle erfinden werden und dann ihre vertragspartner in regress nehmen. ich warte schon darauf, dass der erste rechtsstreit geführt wird und den lieben verantwortlichen die gesichtszüge entgleisen, wenn sie merken, dass deutsches (bzw. auch europäisches recht) ein kleines bißchen anders funktionieren.

    mal ehrlich…ich hatte viel spaß mit blizzard spielen. aber ´ne firma, die soviel geld in den letzten jahren gemacht hat, sollte doch ein paar tausend euro übrig haben um sich vernünftige AGB schreiben lassen zu können und nicht solche, die jeder angehende jurist (d.h. auch studenten im 3. semester) nach einmaligen durchlesen auseinander nehmen kann.

  2. Socordia

    XIX. Verschiedenes

    Diese Vereinbarung unterliegt den jeweils gültigen Gesetzen des Landes, in dem Sie Ihren Wohnsitz haben, und soll entsprechend diesen ausgelegt werden.

    So who cares?

  3. @Soco:
    Genau das haben Sejanus und ich ja gemacht. Das Ergebnis waren völlig rechtsunwirksame und kundenunfreundliche AGB.

    Luna

  4. Socordia

    AGBs, die in weiten Teilen Schwachsinn und damit ungültig sind, sind mir lieber als AGBs, die einen zwar stark einschränken, aber dennoch gültig sind. Gegen ersteres habe ich Handhabe, gegen letzteres eher nicht.

    Was ist eigentlich aus Deinem Accountban geworden? Der Account geht ja wieder, aber hattest Du etwas aus Paris gehört? Ich kann mich nicht mehr erinnern und finde kein entsprechendes Posting.

  5. Die dümmliche Antwort aus Paris ? Sie meinten die AGB seien rechtswirksam „vereinbart“ (das ist halt die klassische Position nach US-Recht wonach man ja sogar den Verzicht auf die Bürgerrechte „vereinbaren“ kann) und sich geweigert eine Begründung für den Account Ban herauszurücken.

    Also sie versuchen ganz deutlich EU-Recht zu ignorieren und die für sie besseren US-Regeln anzuwenden.

    Luna