Investitionen

Ab und zu schaue ich ja in die Foren von SOE. Was mir da immer noch auffällt ist die Intensität mit der das Versagen von Sony verteidigt wird. „Jeder 2te“ dort glaubt die Spiele brauchen keine Lokalisation oder aber nur dann wenn „es sich rentiert“.

Dabei ist Vanguard ein sehr schönes Beispiel dafür was passiert wenn ein Spiel keine Loka bekommt, es bleibt unverkäuflich zusätzlich zu seinen sonstigen Mängeln. An der Stelle ist die Arroganz des ehemaligen Monopolisten (man mag es kaum glauben) noch größer als die des Derzeitigen. Der hat zumindest verstanden warum man auf einem globalen Markt trotzdem Rücksicht auf die lokalen Befindlichkeiten nehmen muß. Die fangen nun einmal bei der Sprache an und endet bei Bezahlmethoden.

SOE bietet weder das Eine, noch das Andere an.

Was ich für extrem dumm halte. Grundsätzlich gehe ich davon aus daß eine Firma zunächst in ein Produkt investiert und dann eine Rendite dafür erhält. Daß die ursprüngliche Investition von Sigil in Höhe von 32 Mio US$ abgeschrieben werden mußte, ist bedauerlich. Aber wie engstirnig dem Produkt eine weitere Entwicklung zu verweigern in dem man auf eine Lokalisation verzichtet. Da haben wir das Debakel des MMO-Marktes. Ein Ex-Monopolist der seinen Job derart mies gemacht hat (love it or leave it) daß er von einem neuen Monopolisten verdrängt worden ist.

Nach meinem Kenntnisstand gibt es derzeit keine aussichtsreichen Investitionen die die Situation innerhalb der nächsten 3 Jahre verbessern.

Luna

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7 Kommentare

Eingeordnet unter Vanguard, World of Warcraft

7 Antworten zu “Investitionen

  1. Kheldan

    Naja, bei Vanguard waren ja Lokalisierungen z.B. in Deutsch angekündigt, allerdings sollten die später kommen. Da das Spiel bei Release sowieso unfertig war, wundert es auch nicht, daß die Lokalisierung nicht fertig war. Und nachdem Vanguard dann ein Riesenflop wurde haben sie die Lokalisierung gestrichen. Kann ich aus wirtschaftlicher Sicht auch verstehen.
    Übrigens, wer mal die „deutschen“ Versionen von EQ1 und EQ2 gespielt hat, der weiß daß es eher eine Drohung ist, wenn SOE eine deutsche Version ankündigt. Denn die Lokalisierung von EQ1 und EQ2 war grauenhaft (weiß nicht ob es in EQ2 mittlerweile besser ist, in EQ1 hat sich das Thema deutscher Server ja erledigt), und Blizzard hat da deutlich bessere Arbeit geleistet.

    Prinzipiell verstehe ich übrigens nicht, wieso Leute so scharf sind auf deutsche Versionen. Englisch-Kenntnisse haben noch niemandem geschadet, es reichen bescheidene Kenntnisse aus, und außerdem verbessert man diese auch … sozusagen spielend 🙂

  2. Socordia

    EQ2 hatte 2005, als wir es getestet hatten, halb englische, halb deutsche Questtexte. Das war schlimmer, als wenn alles in Englisch gewesen wäre.

  3. Loka = Komfort

    Und es gibt einen weiteren Grund – der gleiche warum Stan Laurel & Oliver Hardy vor vielen vielen Jahren deutsche Versionen ihrer Filme erstellt haben. In anderen Ländern werden Untertitel akzeptiert – in Deutschland erreicht man damit halt nur 5%-10% des Marktes.

    Ich grummel selber an der Stelle recht deutlich mit Sony – ein dt. Vanguard mit GameCard im Handel könnte mich durchaus ins Spiel zurückbringen.

    Luna

  4. Goa

    Wobei ich hier sagen muss das mir die Lösung von Blizz sehr gut gefällt, da kann man sich aussuchen ob man Englisch oder Deutsch haben will. Zwar find ich die extreme Lokalisierung (Eisenschmiede^^) auch von Eigennamen nicht so prickelnd, aber man kann nicht alles haben 🙂

  5. Tomm

    Auch ich habe 2005 wegen der mangelnden Lokalisierung und dem „Denglisch“ nach nur 2 Monaten mit EQ2 wieder aufgehört, habe aber dem Spiel nach 3,5 Jahren WOW eine neue Chance gegeben und habe es bis heute nicht bereut.
    SOE gibt sich wirklich Mühe, die Lokalisierung fast perfekt, man sollte halt nicht die Krümel suchen. Die Möglichkeiten im Spiel sind halt gewaltig, tolle Community, würde sagen das umfangreichste MMorpg von allen. Auch eine zweimalige aktivierte 10 Tage Testversion von Wotlk konnte mich von EQ2 nicht mehr abbringen.

    Gruß Tomm

  6. Ja, aber Tomm – nimm jetzt mal einen typischen deutschen Casual. Die bezahlen via Bank-Abbuchung oder GameCard die sie im Hertie kaufen. Bei SOE gibt es GameCards – im Sony Shop und zu bezahlen mit Kreditkarte.

    An der Stelle sind sie bis heute der Ex-Monopolist der nicht auf lokale Besonderheiten eingeht und am Ende in diesen Märkten nicht massenmarkttauglich.

    Das macht Blizzard besser und an der Stelle ist Sony der Blinde und Blizzard der Einäugige. Bitter, aber wahr.

    Luna

  7. Tomm

    Bei den Gamecards geb ich dir Recht, aber ich bezahle per Bank-Abbuchung. Das funzt jetzt. Wie gesagt, SOE gibt sich Mühe^^.