Digital Download – Teil 3

Codemasters hat mir in den letzten Tagen etliche emails zukommen zu lassen ich hätte das LotRO Addon#2 das ausschließlich als „digital Download“ (und das auch noch zu einem ausgesprochen frechen Euro-Umrechnungskurs) erhältlich ist, noch nicht vorbestellt. Jungs, warum sollte ich auch ?

Faktisch ist digital download nicht anders als Direktverkauf/Factory Outlet aus dem Einzelhandel. Von dort weiß man daß max 30% aller Kunden für diese Vertriebsform empfänglich sind. Aber auch nur wenn es deutlich billiger ist als sonst. Apple hat es im iTunes/iPhone Store beispielhaft vor gemacht wie das Konzept funktionieren kann. Preise ab 0,79 Euro anstatt welcher von 19,99 Euro.

Davon ist die Spiele-Branche aber weit entfernt. Im Gegenteil uns droht das nächste Monopol. Dell wird nämlich künftig auf seinen Rechner der Marke Alienware Steam vorinstalliert haben. Was aber wissen wir über Monopole ? Sie behindern den freien Wettbewerb.

Abgesehen davon daß die Verfahren zur Account-Sperre weit entfernt davon sind, rechtsstaatliche Verfahren zu sein. Sie sind intransparent und die einzige Möglichkeit sich davor zu schützen daß bei einer Sperre nicht nur ein Spiel sondern alle jemals gekauft betroffen sind, ist für jedes Spiel ein eigenes Konto anzulegen.

Mit Komfort oder Kundenorientierung aber hat das alles nichts zu tun. Es geht eher um die 2t und 3t Ferraris für gierige Manager.

Luna

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10 Kommentare

Eingeordnet unter World of Warcraft

10 Antworten zu “Digital Download – Teil 3

  1. Socordia

    ACK. Der Hersteller spart Herstellungs- und Vertriebskosten, und anstatt diesen Preisvorteil an den Kunden weiterzugeben, laesst man sich diesen „Service“ mehr kosten.

    Meine Sparkasse hat mir vor Jahren mal Post geschickt, man könnte Kontoauszüge jetzt zukünftig per PDF herunterladen, anstatt sie postalisch per Post zugeschickt zu bekommen. Dieser „Mehrwert“, daß ich mir meine Kontoauszüge selbst ausdrucken darf (Papier + Tonerkosten), aber gleichzeitig die Sparkasse Mitarbeiter (Versenden der Briefe) und Porto spart, sollte nur 5 EUR extra pro Monat kosten. Freundlicher Brief an die Geschäftsführung, Konto gekündigt.

  2. Exzellentes Beispiel, Socordia.

    „It’s not a bug, it’s a feature“.

    Was musste ich auch lachen, als Blizzard das Onyxia-Revival mit den Worten angekündigte „Dasselbe epische Kampferlebnis wie früher schon!“. Für mich ein klarer Schlag ins Gesicht, veräppelt wen anders mit dämlicher Werbestrategie.

  3. Ich stimme Euch komplett zu, es ist eine Frechheit auf der einen Seite die Kosten zu sparen, diese Ersparnis aber nicht an die Kunden weitergeben.

    Ich hatte letztens (ca 1 Woche her) ein eher unlustiges Erlebnis mit dem Digital Download (DD). Ich kaufe gerne Spiele online, primär bei Steam über den DD. Am Donnerstag kaufte ich mir Borderlands über Steam für 49,99 (bei Amazon ca 45€).
    Es gibt bei Steam Wochenend-Aktionen bei denen die Spiele für paar % billiger zu haben sind.
    Und am Samstag war Borderlands um 33% gesenkter Einkaufspreis (zu haben für ca 33€). Das hat mich aber geeiert 😦
    Ist aber ein guter Beispiel dass es Hersteller bzw. Vertriebspartner auch billiger anbieten können.

  4. joescylla

    Ich sehe mich zwar schon wieder in der Rolle als Advocatus Angeli hier (ich aber auch ein gnadenloser Optimist 😉 ).

    Was DRM-Maßnahmen angeht bin ich genauso kritisch und würde mir wünschen, dass die Hersteller darauf verzichten. Solange verzichte auf den Kauf von Spielen mit rigiden DRM.

    Auf der anderen Seite bin ich ein Liebhaber des digitalen Downloads und würde nur ungerne auf dessen Komfort verzichen. Ich bin halt jemand der nicht unbedingt in die Stadt und Laden rennen will. Ich brauche auch keine Box (aka Staubfänger) die zuhause dumm rumsteht.

    Steam hat – was digitale Downloads von Spiele angeht – mehr oder weniger schon ein Monopol und das kommt nicht von ungefähr. Die Software und deren Implementierung ist wirklich gut. Steam bietet einiges wie maximale Downloadgeschwindigkeit, Preloading, integriertes Autoupdates, gute Specials und Angebote und auch Zugang zu Indi-Games von denen ich ohne Steam nie erfahren hätte.

    Was Accountsperrungen angeht müssen diese nicht rechtsstaatlich sein. Es handelt sich dabei um eine rein
    zivilrechtlichen Vorgang.

  5. Ich sehe selten AGB die einer inhaltlichen Überprüfung standhalten …

    Wenn die AGB als „Rechtsgrundlage“ für die Durchsetzung vorgeblicher zivilrechtlicher Ansprüche seitens der Firmen aber der Überprüfung nicht stand halten dann sind wir doch bei Willkür-Entscheidungen bei der ausschließlich die Interessen des wirtschaftlich Stärkeren gelten, oder ?

    Luna

  6. Goa

    Na ja was den Vergleich zu Sparkasse angeht…die hatten sehr hohe Anschaffungs- und Umstellungskosten und haben damals versucht auf dem weg was wieder reinzuholen. Btw. hat das Anfangs eher mehr Mitarbeiter benötigt als eingespart. Heutzutage ist das auch bei jedem Konto kostenlos dabei. Aber überleg mal welche Banken das als erste vor einigen Jahren angeboten haben…in München jedenfalls wars die Sparkasse, genau wie bei Geldautomaten oder den Einzahlautomaten 😉

    Egal, aber ansonsten stimm ich zu. wenn Vertrieb, Verpackung, CD pressen und Handbuch drucken wegfallen kann man schon davon ausgehen sich ein paar Euro zu sparen. Ich werde jedenfalls nur bei deutlichem Preisnachlass auf meine (manchmal) hübsche Packung im Regal verzichten !

  7. joescylla

    Die Rechtsgrundlage ist erstmal das BGB, dann der Vertrag und dann die AGBs. Verträge können unwirksam sein und AGBs sind erheblichen Einschränkungen unterworfen. Zum einen kann man die Frage stellen ob die AGBs überhaupt wirksam geworden sind (§305) und selbst wenn die Wirksamkeit festgestellt wird ob nicht einzelne Klauseln unwirksam sind (§305c, §307, §308 und §309) und dadurch eventuell die gesamten AGBs unwirksam sind.

    Der Hersteller kann sowieso – mit oder ohne Vertrag; mit oder ohne AGBs – willkürliche Entscheidungen treffen. Bei einem Vertragsbruch muss der andere Vertragspartner versuchen über einen Anwalt Druck aufzubauen oder gleich den zivilrechtlichen Weg beschreiten. Erst vor Gericht wird die Wirksamkeit oder Nichtwirksamkeit des Vertrags, der AGB oder einzelner Klauseln festgestellt.

  8. Es wird offtopic aber … deutsches Recht gilt überhaupt nicht, damit auch kein BGB. Bizzard hat keine DE Niederlassung und Vivendi Games, Langen kann für nichts haftbar gemacht werden weil nur „Importeur“

    Für „datenträgergebundene Produkte“ gilt französisches Recht.
    Für „servicefähige Produkte“ gilt US-Recht.

    Luna

  9. Joe Scylla

    Nur kurz als Hinweis weil wir wollen ja kein Jura-Blog draus machen ;).

    Nur weil irgendwo sowas hingeschrieben wird bedeutet das nicht, dass ein deutsches Gericht nicht seine Zuständigkeit erklären kamm. Der Europäische Gerichtshof hat schon 2002 bestätigt, dass unter entsprechenden Voraussetzungen Klageeinreichung beim Gerichtsstand des Verbrauchers erfolgen kann.

  10. Nur wenn der Betreiber keinen gültigen Gerichtsstand nach EU-Recht hinbekommen hat. Wir haben noch immer keine klagefähige Adresse nach deutschen Recht weil die französische Tochter keine Server in Europa „betreibt“ (und wenn Du ahnst warum „betreiben“ in Anführungszeichen steht dann weißt Du auch warum).

    Nach US-Recht rechtsgültig ist der Gerichtsstand Deleware (ja genau – DIESER Bundesstaat) vereinbart. Also der ganze Aufwand mit dem kackt.net Account … der hatte schon seinen Grund. Und nach US-Recht (einschließlich der Urteile gegen Sony/Varant) sehen die AGB sogar relativ gut aus.

    Also ein deutsches Gericht muß nicht nur wollen sondern richtig fett tricksen um da die Zuständigkeit zu bekommen.

    Luna