Am deutschen Wesen

„Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ möchte man glauben wenn man hört daß jetzt auch Brasilien an einer Verschärfung der Rechtslage für Videospiele arbeitet. Aber ich denke der Eindruck täuscht – da hat sich keinesfalls jemand an Deutschland orientiert. Das ist eine eigenständige brasilianische Initiative mit eigenen Lösungen (Besitzverbot & Gefängnis) und nichts kopiertes.

Woran liegt es also dann daß sich Brasilien für stärkere Regularien so einsetzt ? Ich vermute die Ursache liegt im kulturellen Unterschied. Es gibt eine klare US-Dominanz zB bei TV/Kino aber kein Monopol. Es gibt weltweit Eigenproduktionen auch wenn die oft schlecht (insbesondere im deutschen TV) sind weil es an geeigneten Autoren mangelt.

Bei Computerspielen gibt es das nicht. Wir haben ein US-Monopol und eine klare kulturelle Prägung von Computerspielen. Dazu muß man nun aber einmal feststellen daß die US-Gesellschaft klar gewalt-dominiert ist. Ein Stückchen nackte Haut löst einen Sturm der Entrüstung aus aber Gewaltverherrlichung eben nicht. Und so sehen am Ende auch die Spiele aus. Die Killerspiel Diskussion bei Shootern oder die Folterquest Diskussion bei WoW sind nur Auswirkungen dieser kulturellen Unterschiede.

Vom Grund her finde ich die Entscheidungen in Brasilien gut. Ich bin für kulturelle Vielfalt und gegen US-Einheitsbrei. Was mir derzeit aus der Initiative nicht klar wird ist ob der Fokus der Gesetzes wirklich auf der Wirtschaft liegt. Weil das würde mir deutlich besser gefallen als die Regelungen in Deutschland.

Gefängnisstrafe für den Geschäftsführer einer Firma der illegale Spiele verbreitet – ist für mich auch eine Lösung in Deutschland anstatt der lächerlichen usk.

Luna

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39 Kommentare

Eingeordnet unter World of Warcraft

39 Antworten zu “Am deutschen Wesen

  1. Gefängnisstrafe für den Geschäftsführer einer Firma der illegale Spiele verbreitet – ist für mich auch eine Lösung in Deutschland anstatt der lächerlichen usk.

    Deine Bestrebungen, die Entscheidungsfreiheit der Menschen einzuschränken, weil dir etwas nicht in den Kram passt, machen mir zunehmend Angst.

    Das ist ein Dikaturdenken, wie es in Deutschland von den etablierten Parteien nur von CSU/CDU gefordert wird und geht selbst darüber noch hinaus. Ich will keine Dikatur, die mir vorschreibt, was gut für mich ist, sry.

    Ich bin für kulturelle Vielfalt und gegen US-Einheitsbrei.

    Das sind die meisten und es gibt sicherlich gute, deutsche Filme, aber die meisten meinen immer Tiefgang haben zu müssen (weswegen ich bis auf Sebastian Fitzek auch grundsätzlich keine deutsche Literatur lese) und das denkt sich, gerade wnn ich abends müde bin, nicht mit meiner Vorstellung mit Unterhaltung. Im Spielebereich sieht es in letzter Zeit besser aus (z.B Edna bricht aus, Black Miror 2, Book of unwritten tales, The whispered world), aber ein eigenständiges (!) MMO stelle ich mir lieber nicht vor.

    Natürlich ist eine gegenseitige kulturelle Beeinflussung das Ideale, aber das scheitert oft daran, dass europäische Filme zu wenig auf Unterhaltung setzen.

  2. Ich halte „Selbstkontrolle“ für ein sehr ineffektives Konzept. Ich bin nicht der Auffassung das fsk oder usk funktionieren. Das ist ungefähr so als würde man die Aufsicht über Gammelfleisch dem deutschen Einhandelsverband überlassen 🙂

    Luna

  3. Freiheit beinhaltet immer ein gewisses Risiko, was komischerweise vor allem Deutschen unbehaglich erscheint.

    Ich will keinen Vater Staat, der mir sagt was gut für mich ist, sonst könnte ich nach China auswandern – ach Entschuldigung, die CDU wollte bei der Internet-Zensur ja schon schon China lernen *roefl*. Die deutschen Kontrollen sind absolut in Ordung. Ich bin eben der Meinung, der Staat hat lediglich Rahmenbedingungen zu stellen und sich ansonsten aus dem Leben seiner Bürger herauszuhalten – nur leider läuft es hier auf immer mehr zwanghafte Kontrolle hinaus.

    Und nein, ich werde mich nicht zwingen lassen, ein Ponyhof-MMO zu spielen, weil Luna und der deutsche Staat das so für richtig halten.
    Europäische Produkte haben in aller Regel entweder zuwenig oder zuviel Qualität, um als Unterhaltung durchzugehen.

  4. Eingereicht wurde das Anti-Spiele-Gesetz vom Senator Valdir Raupp. Es besagt, dass „die Herstellung, der Verkauf, der Import, der Handel und der Besitz von Videospielen, die die persönlichen Traditionen, den Glauben, die Religion und die Symbole des Kunden beeinträchtigen“ verboten ist.


    Gamestar

    Wie kann man etwas derartig grauenderregendes gut finden? Wir haben schon an den Folter-Quests gesehen, wie unterschiedlich moralische Ansichten auseinander driften können. Möchtest du wirklich, dass in der Kontrolle jemand sehr konservatives sitzt und sagt *Luna darf nicht mehr WoW spielen, das dauerhafte Töten ist schlimm*?

    Sry, absolut dagegen.

  5. Nachtrag:

    Ich erinnere wieder an China, wo die Untoten Haut bekommen mussten, damit keine Knochen durchschimmern. Oder wenn ein sehr religöser Mensch dort in der Kommision sitzt, könnte der sich am Tag der Toten stoßen.

    Solche Maßnahmen stoßen bei mir auf 100% Anlehnung, ich ärgere mich schon über die deutsche Doppelmoral, Hakenkreuze in Filmen zuzulassen ud in Spielen nicht – was letzteren oft einen großen Teil ihres Charms raubt.

  6. Wir reden aber nicht von einer Änderung in Deutschland sondern in Brasilien. Die haben weder etwas mit Hakenkreuzen am Hut noch etwas mit der Volksrepublik China.

    Die wollen einfach ihre eigenen brasilianischen Interessen vertreten. Respekt vor der kulturellen Vielfalt finde ich ok. Auch wenn die Firmen dann eine eigene brasilianische Version machen müssen.

    Luna

  7. Ich halte so ein Gesetz für unanständig, egal in welchem Teil der Welt es in Kraft ist.

    Arme Brasilianer… .

  8. Wir reden aber nicht von einer Änderung in Deutschland sondern in Brasilien.

    Doch reden wir, weil du so eine Dikatur auch gerne in Deutschland gerne in Deutschland sehen würdest:

    Gefängnisstrafe für den Geschäftsführer einer Firma der illegale Spiele verbreitet – ist für mich auch eine Lösung in Deutschland anstatt der lächerlichen usk.

    Respekt vor der kulturellen Vielfalt finde ich ok.

    Das bedeutet aber auch die Erkenntnis, dass Kulturen sich gegenseitig beeinflussen, sei es, dass wir wie in Italien im Sommer Straßen-Cafes haben. Engländer Chicken Masala inzwischen für ihr Nationalgericht halten und wir amerikanische Filme sehen bzw. Spiele machen.

  9. Noma argumentiert

    Doch reden wir, weil du so eine Dikatur auch gerne in Deutschland gerne in Deutschland sehen würdest

    Ich halte usk für nicht effektiv. Gerichtsentscheidungen sind öffentlich nachvollziehbar und es gibt Standard Verfahren zur Überprüfung eines Gerichtsurteiles.

    Halte ich für deutlich transparenter als die seltsamen Entscheidungen einer usk die vom Verkauf ihrer Aufkleber lebt.

    Luna

  10. Die Gerichte sind schon überlastet, die müssen sich nicht noch mit Computerspielen beschäftigen.

    Ganz davon abgesehen halte ich Ineffektivität bei Verboten grundsätzlich für gut, weil es dem Einzelnen Wahlfreiheit lässt.

    Ich finde es schon unverschämt, wenn Hakenkreuze wie bei Nibiru durch Kringel an den Wänden ersetzt werden. Ich finde es unverschämt, das deutsche Versionen geschnitten werden. Ich kaufe auch keine Spiele, bei denen Verletzte 20 Liter vergießen, aber ich kann niemanden vorschreiben, dies ebenfalls nicht zu tun.

    Oder das geniale Overlord II – ich hatte Riesenspaß bei der Demo – und das Spiel hätte bei dem brasilanischen Gesetz keine Chance.

    Was unumgehbare Zensur bedeutet, habe ich am Wochenende erlebt, weil ich vergessen hatte, die Erwachsenen-Inhalte von T-Online-Entertaiment freischalten zu lassen: Ich konnte einen Hitchcock- und einen Fritz Lang-Film, sowie eine Doku über historische Schlachten nicht sehen, weil das zu harter Stoff wäre. Alleine der Gedanke, wo sowas gesetzlich reglmentiert ist, ist furchtbar.

  11. „Ich finde es schon unverschämt, wenn Hakenkreuze wie bei Nibiru durch Kringel an den Wänden ersetzt werden.“

    Ich sage mal …
    http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__86a.html
    das Ganze steht unter

    Dritter Titel – Gefährdung des demokratischen Rechtsstaates

    Die Frage ist willst Du daß heute Nachmittag bei Dir vor Straße Leute mit Hakenkreuz-Fahnen auftauchen können oder nicht ?

    Computer-Spiele/-Spieler können keine Ausnahmen für sich geltend machen. Gleiches Recht für alle …

    Luna

  12. Computer-Spiele/-Spieler können keine Ausnahmen für sich geltend machen. Gleiches Recht für alle …

    Dann dürfte es auch keine Hakenkreuze in Filmen geben, die sind für mich gleichrangige Kunst/Kultur wie Spiele.

    Wobei das Tragen solcher Symbole, wie du selbst einmal anmerktest, für die Meinungsfreiheit ausgesprochen bedenklich ist.

  13. Dann dürfte es auch keine Hakenkreuze in Filmen geben, die sind für mich gleichrangige Kunst/Kultur wie Spiele.

    Erfüllt ein „Ego-Shooter“ wirklich den gleichen Anspruch an Kunst wie ein Werk Goethes ? Oder ist es nicht doch eher das „künstlerische Niveau“ einer Boulevard-Zeitung ?

    Und „Verwendung“ ist immer noch etwas anderes als „über Verwendung zu berichten“ – was eine Zeitung darf. Letztes zu unterbinden wäre nämlich tatsächlich Zensur.

    Luna

  14. Wenn ich etwas filme, darf ich unabhängig von der Qualität eins zeigen – alleine das zählt. Indiana Jones lässt sich auch sehr schwer mit Faust vergleichen ^^ – und trotzdem sieht man sie massig, weil sie in dem Kontext Sinn machen.

  15. Filme sind „anerkannte Kunst“ – Computerspiele nicht.

    Erfüllen Computerspiele die idR solche Symbole verwenden wirklich künstlerischen Anspruch ? Ich tue mir da sehr schwer und halte das Verwendungsverbot dementsprechend für angemessen.

    Luna

  16. Filme sind „anerkannte Kunst“ – Computerspiele nicht.

    Erfüllen Computerspiele die idR solche Symbole verwenden wirklich künstlerischen Anspruch ?

    Für mich ja – die ganzen Hollywood – Schinken a`la Roland Emmerich werden schließlich ebenfalls als Kunst definiert.
    Wenn seine Filme oder Indiana Jones Kust sein sollen, dass Computerspiele erst recht.

  17. OK – Gegenbeispiel:

    Metropolis von Fritz Lang war 1927 … rund 32 Jahre nach dem ersten auftauchen von Film. Tun wir mal einen Augenblick so als hätte es bis dahin keinen Film gegeben der den Anspruch an Kunst erfüllt. Dann haben wir ungefähr den gleichen Zeitraum zwischen dem ersten Videospiel und heute. Wo bitte ist das Computerspiel das dem künstlerischem Anspruch eines Metropolis entspricht ? Das kann ich nicht sehen.

    Insbesondere Ego-Shooter würde ich mit einer Box-Übertragung im TV vergleichen. Beide haben einen künstlerischen Anspruch von genau NULL. Das ist reine Unterhaltung ohne künstlerischen Anspruch.

    Wenn/falls das Medium Computerspiele dem Anspruch an Kunst irgendwann erfüllen sollte – dann vermute ich daß auch sich die Lage für „Trivial-Unterhaltung“ bessert.

    Aber seien wir ehrlich die Chancen dafür daß das Medium Computerspiele dem Anspruch irgendwann genügen kann stehen derzeit eher schlecht.

    Luna

  18. Insbesondere Ego-Shooter würde ich mit einer Box-Übertragung im TV vergleichen. Beide haben einen künstlerischen Anspruch von genau NULL. Das ist reine Unterhaltung ohne künstlerischen Anspruch.

    ___

    Das trifft für fast alle Filme zu – erkläre mir einmal den künstlerischen Anspruch eines Tatortes oder von Indiana Jones.
    Computerspiele, die gesellschaftliche Probleme zum Thema haben gibt es nämlich ebenfalls – hast du The Moment of Silence , Overclocked – Eine Geschichte über Gewalt oder aktuell 15 Days auch nur angespielt, um behaupten zu können, dass Spiele keine Botschaft transportieren? Für mich sind die gleichrangig mit *Der große Diktator*, in welchen Hakenkreuze wieder erlaubt sind… – und die Spiele waren in der Adventure-Szene Verkaufsschlager. GTA soll angeblich auch Gesellschaftskritik beinhalten (nie gespielt) und Ego-Shooter sind meinetwegen gleichrangig mit Terminator.

  19. Aber seien wir ehrlich die Chancen dafür daß das Medium Computerspiele dem Anspruch irgendwann genügen kann stehen derzeit eher schlecht.

    Solange in Deutschland verbohrte, alte Säcke die Entscheidungsträger sind wie heutzutage, muß ich dir zustimmen. Ansonsten ist es wie bei Filmen – die oben genannten erfüllen den Anspruch, die meisten Spiele / Filme sind reine Unterhaltung.

  20. Wenn bei bei Metropolis übereinstimmen dann heißt das doch daß das Medium Film in der Frühphase bewiesen hat daß es dem Anspruch an Kunst standhalten kann.

    Das wirkt dann aber faktisch wie ein „Nachlaß“ auch auf Trivial-Unterhaltung bei der der künstlerische Anspruch nicht wirklich vorhanden ist.

    Den Effekt werden wir sicher auch bei Computerspielen sehen – sobald sie es schaffen als Medium zu überzeugen. Das Medium Computerspiele hat es bislang nach meiner Einschätzung nicht geschafft diesem Anspruch zu genügen.

    Und wenn sich das Medium Film in der Frühphase auf die Übertragung von Boxkämpfen beschränkt hätte … hätte es das gleiche Problem gehabt.

    Luna

  21. Den Effekt werden wir sicher auch bei Computerspielen sehen – sobald sie es schaffen als Medium zu überzeugen.

    Das tun sie jenseits des elitären Kunstbegriffes bereits, wie die von mir genannten Beispiele zeigen.

    Lesen ist schließlich auch nicht kuturell wertvoll, wenn ich meinen Stoff auf Thriller und Chick Lit beschränke.

  22. Bücher und Film sind aber den Weg von der Kunst zur Trivial-Unterhaltung gegangen. Dabei werden sie ihren Status als Kunstform kaum verlieren.

    Der umgekehrte Weg ist deutlich schwieriger bis unmöglich. Schau Dir Gesellschaftsspiele an – die werden auch nie einen Status als eigenständige Kunstform haben.

    Luna

  23. Bücher und Film sind aber den Weg von der Kunst zur Trivial-Unterhaltung gegangen. Dabei werden sie ihren Status als Kunstform kaum verlieren.

    Ich bin weder Film- noch Literaturhistoriker, aber es wurde eine Menge Mist gedreht und geschrieben, von dem es nicht schade ist, dass es in Vergessenheit gerät. Zudem kann keiner absehen, wie Spiele bereits die Art Filme zu drehen beeinflußt haben und werden.

    E- und U- Kultur zu unterscheiden ist ohnehin höchst problematisch, Stephen King dürfte mehr Autoren beeinflußt haben, als Günther Grass; deswegen bin ich auf für Aufhebung dieser Unterscheidung.

  24. Sind das alle Eure Probleme (naja eigentlich nur Hexe:) )?

    Letztens hörte ich irgendwo, dass alle 3min ein Kind auf der Erde verhungert.

    Mir ist eigentlich egal ob Spiele ab 18 sind oder erst ab 12. Als Erwachsener kann ich doch selbst entscheiden was ich spiele. Und USK hat bestimmte Regeln nach denen sie entscheidet ab wieviel Jahren ein Spiel freigegeben wird.

    Und zur Kultur:
    meiner Meinung nach gehören Computerspiele zur Kultur (eigentlich genauso wie Sport). Sie können bzw. sie prägen unsere Kultur, die Auswirkungen sind zwar nicht sofort (bzw. für die Entscheidungsträger) zu sehen, aber sie sind da. Oder seid ihr auch der Meinung dass Religion nicht zur Kultur gehört? Eigentlich alles mehr oder weniger gehört zu unserer Kultur inklusive der niedergeschriebenen Werke (triviale oder weniger triviale Sachen).

    In COD Modern Warfare 2 kann man ja als Terrorist Zivilisten töten, gehören aber mittlerweile nicht Angst bzw. das Wissen um Terroranschläge nicht zu unserer Kultur und wird diese nicht dadurch geprägt?

    Dass Jugend geschützt werden muss, da sind wir uns wohl alle einig. Aber wir müssen bei jeder Entscheidung möglichst objektiv bleiben (wer es nicht kann, ist einfach zu doof –> siehe Fanbois 🙂 ). Falls Werke egal welcher Art verboten werden, sind wir auf gutem Weg, an dem schon unsere Vorfahren vor einigen Jahrzehnten waren und falls es doch soweit kommt, will ich an die Spitze 🙂 ).

  25. Goa

    Wer sagt denn eigentlich das Computerspiele keine Kunst sind ? Nicht umsonst hat der Deutsche Kulturrat diese explizit als solche anerkannt.

    Und wo der künstlerische Wert des Schaffens eines Hermann Nitsch höher anzusiedeln sein soll als ein Spiel wie Bioshock, Portal oder auch WoW würde mich dann doch interessieren ?

    „Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses.“

    Das trifft für mich auf oben genannte Spiele (und nicht nur diese) ebenso zu wie auf das verschütten von hunderten Litern Schweineblut und dem sich anschließenden sulen darin. Wobei mir die Spiele weitaus sympatischer sind, aber das ist glaub ich der Unterschied zwischen uns, ich will niemandem vorschrieben was er gut/schlecht/für Kunst zu halten hat.

  26. @Tomres /dickes, fettes sign, endlich versteht mich jemand 🙂 .

  27. Pingback: Kunst oder nicht Kunst? « WoW – Journal von Nomadenseele

  28. Goa behauptet

    „Wer sagt denn eigentlich das Computerspiele keine Kunst sind ? Nicht umsonst hat der Deutsche Kulturrat diese explizit als solche anerkannt.“

    Das würde ich gerne nachlesen – wo & wann genau hat er das gesagt ? Weil laut den „Stellungnahmen“ auf seiner Webseite wurde den letzten 10 Jahren eine derartige Erklärung nicht abgegeben

    Luna

  29. Ich brauche keinen Vorturner, der mir sagt, dass etwas Kunst ist.
    Die Aktionen von Schlingensief fand ich – für mich persönlich- eher bescheuert als Kunst und auch was an Aussstellungen in Kulturzeit vorgestellt, ist oft abgehoben und unsinnig.

    „Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses.“ – Damit ist genug defniert, ob Computerspiele Kunst sind, aus den Zeiten, wo staatliche Stellen / Stiftungen und sagte, was wir zu dneken haben, sollten wir langsam mal raus sein… .

  30. Man ignoriere die Rechtschreibfehler, es ist früh.

  31. Goa

    @Luna

    Es handlet sich um eine Pressemitteilung des Kulturrats von Mitte Februar 2008, und nicht um eine Stellungnahme.

    http://www.kulturrat.de/detail.php?detail=1630&rubrik=72

    Hierzu empfehle ich de Lektüre des Online-Kostenlos erhältlichen Buchs desw Kulturrates:

    http://www.kulturrat.de/dokumente/streitfall-computerspiele.pdf

    Und wenn ich abschließend noch kurz daraus zitieren darf:

    „Bei der Debatte um Gewalt in Computerspielen darf aber nicht über das Ziel hinausgeschossen werden. Erwachsene müssen das Recht haben, sich im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen auch Geschmacklosigkeiten oder Schund anzusehen bzw. entsprechende Spiele zu spielen. Die Meinungsfreiheit und die Kunstfreiheit gehören zu den im Grundgesetz verankerten Grundrechten. Die Kunstfreiheit
    ist nicht an die Qualität des Werkes gebunden. Kunstfreiheit gilt auch für Computerspiele.“

    Ich denke dam muss man nichts hinzufügen….

  32. Aber nicht jedes Kulturprodukt ist auch Kunst – da würde ich doch sehr deutlich widersprechen 🙂

    Luna

  33. @Goa:
    Das .pdf kenne ich – da durfte sich Herr Beckstein äußern

    Aber selbst der gute Herr Zimmermann formuliert nur ganz vorsichtig

    „Ich glaube aber, dass es Computerspiele gibt, die der klassischen Vorstellung von einem Kunstwerk entsprechen.“

    Dein Zitat ist eine Einzelmeinung der Vielen die da zu Wort kommen durften. Mir das als „Stellungnahme des Kulturrates“ zu verkaufen ist ein netter Versuch … hat aber nicht geklappt. 😉

    Luna

  34. Goa

    Ich habs auch nicht als „Stellungnahme des Kulturrats“ bezeichnet, das warst du. Ich habe gesagt das der „Kulturrat sie explizit als solche anerkannt hat“ und die entsprechende Pressemitteilung verlinkt.

    Das Buch war wie ich ebenfalls geschrieben habe als ergänzende Lektüre gedacht. Aber ich kann natürlich auch gern das entsprechende Zitat aus der Pressemitteilung zitieren:

    „Computerspiele sind nicht mehr nur ein Wirtschaftsgut, sondern auch ein Kulturgut“

  35. Ist aber immer noch falsch 🙂

    Die Meinung des Kulturrates wird in „Stellungnahmen“ bekanntgegeben. Die „Pressemitteilung“ ist nur eine Stellungnahme und Interpretation von Geschehnissen – in dem Fall die Verleihung des Computerspielpreises.

    Daß der gute Herr Zimmermann ein eifriger Verfechter der These von der „Kunst“ Computerspiel ist und dies auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit entsprechend Medienwirksam publiziert ist doch völlig legitim. Aber handfeste Beweise für seine These hat er selber nicht sondern spricht von „glauben“. Glauben heißt nicht wissen und hat sehr viel mit Religion zu tun.

    Luna

  36. Goa

    Was das Thema Kunst betrifft gibt es keine Beweise, es handelt sich auch nicht um eine These, und von Glauben würde ich mal schon garnicht sprechen. Maximal kann man sagen das es die eigene Meinung von Hr. Zimmermann ist. Das er diese aber als offizielle Pressemitteilung des Kulturrates platzieren darf sollte dich nachdenklich stimmen.

    Kunst hat keine messbaren Regeln oder Grundsätze, keine jedenfalls im Sinne von „8 von 15 Punkten sind erfüllt, damit bist du Kunst“, demenstprechend hat so eine offizielle Mitteilung des Kulturrates (der nicht zum Spaß so heisst) durchaus eine gewichtige Bedeutung. Auch wenn es natürlich weder dem Kulturrat noch sonstwelchen Behörden/Stiftungen/Unternehmen zuzustehen ist festzulegen was Kunst ist und was nicht.

  37. Ich glaube an der Stelle zum Problem mit der Begrifflichkeit stimmen wir überein. Ich denke wir stimmen auch darüber ein daß den Computerspielen anders als Film oder Literatur der Status als „anerkannte Kunst“ fehlt.

    Wenn Computerspiele in Deutschland Symbole wie Hakenkreuze verwenden können dann haben sie ebenfalls diesen Status erreicht.

    Das kann aber noch dauern – denke ich

    Luna

  38. Goa

    Gut darauf können wir uns einigen 😉